RatgeberElektroplanung

    Steckdosen im Neubau richtig planen: Mehr vorsehen, früh entscheiden, sauber abstimmen

    16. Apr. 2026 18 min
    Unterputzdose mit Kabeln in einer offenen Rohbauwand vor dem Verputzen

    Steckdosen gehören zu den Details, über die Bauherren zu spät nachdenken. Auf der Baustelle wirkt eine zusätzliche Dose billig und schnell gesetzt. Nach Putz, Fliese, Einbauküche oder Möblierung wird jede vergessene Steckdose dagegen teuer, unschön oder unpraktisch. Genau deshalb lohnt sich hier eine klare Planung früher als viele denken.

    TL;DR

    • Plane lieber zu viele Steckdosen als zu wenige – eine Dose im Rohbau kostet 15–30 €, nachträglich schnell 150–300 €.
    • Denke nicht in Räumen, sondern in Nutzungen und Möbeln.
    • Orientiere dich an konkreten Richtwerten pro Raum, nicht am Bauchgefühl.
    • Der wichtige Zeitpunkt ist vor der Rohinstallation, nicht nach dem Verputzen.
    • Eigenleistungen nur nach klarer Absprache mit dem Elektriker.
    • Anschluss, Messung, Inbetriebnahme und Abnahme gehören in die Hand der Elektrofachkraft.

    "Eine durchdachte Elektroplanung für jeden Raum im Haus macht das Leben leichter und sicherer."

    Quelle: Initiative ELEKTRO+

    Die wichtigsten Hebel

    • Möblierung zuerst: Ohne Bett, Sofa, TV, Schreibtisch und Küchenplan wird die Steckdosenplanung fast immer ungenau.
    • Richtwerte nutzen: ELEKTRO+ und DIN 18015-2 geben Mindestmengen pro Raum vor – die meisten Bauherren liegen darunter.
    • Zusatzwünsche früh ansprechen: Spätestens vor der Rohinstallation muss klar sein, wo Dosen, Schalter und Leitungswege sitzen sollen.
    • Reserve bewusst einbauen: Heute freie Steckdosen sind morgen oft Ladepunkte, Netzwerkplätze oder Lichtanschlüsse.
    • Eigenleistung begrenzen: Vorbereitende Arbeiten können möglich sein, der elektrische Anschluss selbst gehört aber in den Fachbetrieb.

    Warum fast jeder zu wenig Steckdosen plant

    Im Grundriss wirken zwei oder drei Dosen pro Wand oft ausreichend. Im Alltag kommen dann Fernseher, Router, Staubsauger, Ladegeräte, Stehleuchten, Kaffeemaschine, Homeoffice, Weihnachtsbeleuchtung oder spätere Smart-Home-Komponenten dazu. Was heute noch nach Reserve aussieht, ist nach dem Einzug oft schon belegt.

    Die bessere Frage lautet deshalb nicht: Wie viele Steckdosen braucht dieser Raum? Sondern: Welche Geräte und Nutzungen sollen an genau dieser Stelle funktionieren?

    Wie viele Steckdosen pro Raum? Richtwerte als Orientierung

    Die DIN 18015-2 und die Initiative ELEKTRO+ geben Empfehlungen für die Mindestausstattung. Die sogenannte Ausstattungsstufe 1 ist das absolute Minimum – für die meisten Bauherren zu wenig. Stufe 2 (Standard) oder Stufe 3 (Komfort) sind im Neubau sinnvoller, weil jede Nachrüstung ein Vielfaches kostet.

    RaumMinimum (Stufe 1)Standard (Stufe 2)Komfort (Stufe 3)Praxis-Empfehlung
    Wohnzimmer (ca. 20 m²)58–1012–15Eher Stufe 3, weil TV, Medien, Stehleuchten, Ladegeräte
    Schlafzimmer46–88–10Je 2–3 pro Bettseite, Schrank, ggf. Schreibtisch
    Küche58–1012–16Arbeitsfläche, Gerätegruppen, Insel → eigener Abschnitt
    Bad23–44–5Spiegel, Föhn, Elektro-Zahnbürste, ggf. Handtuchheizung
    Flur / Diele1–23–44–6Staubsauger, Schuhlader, Deko, Access Point
    Arbeitszimmer36–88–10Monitor(e), Drucker, Ladegeräte, Stehleuchte
    Kinderzimmer35–67–8Wächst mit: vom Nachtlicht bis zum Gaming-Setup
    HWR / Technik24–55–7Waschmaschine, Trockner, Gefrier, Reserve
    Außenbereich / Terrasse12–33–4Grill, Gartengeräte, Beleuchtung, Weihnachtsdeko
    Garage / Carport12–33–4 + Wallbox-VorbereitungWerkzeug, Kompressor, E-Auto

    Diese Zahlen sind Orientierungswerte. Die tatsächliche Planung hängt von der konkreten Nutzung, Möblierung und Raumgröße ab. Im Zweifel: lieber eine Dose mehr.

    Nicht nach Raum, sondern nach Nutzung planen

    Sinnvoll wird die Elektroplanung erst mit einem Möblierungsplan. Wo steht das Bett? Wo kommt das Sofa hin? Gibt es einen Schreibtisch, eine Leseecke, einen Saugroboter, einen Spiegelschrank, einen Gefrierschrank oder einen Weinkühler? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich die richtige Position der Dosen festlegen.

    Zur echten Nutzung gehören heute oft auch WLAN, Medien und Smart Home. Wer Decken-Access-Points plant, braucht früh eine Entscheidung: Liegt dort ein Netzwerkkabel mit PoE (Power over Ethernet – Strom kommt über das Netzwerkkabel, kein separates Netzteil nötig) an, oder muss an dieser Stelle zusätzlich eine Steckdose vorgesehen werden?

    Besonders oft zu knapp geplant werden:

    • hinter dem Fernseher und am Medienmöbel
    • an beiden Bettseiten
    • im Flur für Staubsauger, Ladepunkte und saisonale Beleuchtung
    • in Fluren und Treppenbereichen für WLAN-Access-Points
    • in der Küche für kleine Geräte auf der Arbeitsplatte
    • im Hauswirtschaftsraum für Waschmaschine, Trockner, Entfeuchter oder Reservegeräte
    • an Fenster- oder Rollladenbereichen für spätere Beleuchtung oder Smart Home
    • auf Terrasse, Balkon, Garage und an der Fassade

    Küche: der dosenintensivste Raum im Haus

    Die Küche wird bei der Steckdosenplanung am häufigsten unterschätzt. Hier stehen die meisten Geräte, hier ist der Platz am knappsten, und hier sind nachträgliche Änderungen am teuersten (Fliesenspiegel, Arbeitsplatte, Einbaumöbel).

    Was die Küche typischerweise braucht

    Fest angeschlossene Großgeräte (eigener Stromkreis):

    • Herd/Backofen (oft Starkstrom)
    • Geschirrspüler
    • Kühlschrank
    • ggf. Gefrierschrank

    Steckdosen auf Arbeitsflächenhöhe:

    • Wasserkocher, Kaffeemaschine, Toaster, Mixer → mindestens 4–6 Steckdosen auf Arbeitshöhe, besser 8
    • Hinter der Kücheninsel, falls vorhanden: eigene Steckdosen einplanen (im Boden oder seitlich)

    Steckdosen unter/über Arbeitsplatte:

    • Brotschneidemaschine, Küchenmaschine, Beleuchtung unter Hängeschränken

    Praxistipp Küche

    Plane die Steckdosenplanung parallel zur Küchenplanung – nicht nacheinander. Der Küchenhersteller liefert einen Elektroplan, aber der bildet oft nur das Minimum ab. Prüfe den Plan mit deinem Elektriker und ergänze Reserven, bevor der Fliesenspiegel gesetzt wird.

    Installationshöhen: nicht dem Zufall überlassen

    Steckdosen werden in der Praxis oft auf Standardhöhe gesetzt, ohne zu prüfen, ob das zur Nutzung passt. Die gängigen Installationszonen (festgelegt in DIN 18015-3) bestimmen, wo Leitungen und Dosen in der Wand sitzen dürfen. Innerhalb dieser Zonen gibt es Spielraum für die konkrete Höhe.

    Übliche Installationshöhen

    PositionHöhe (Oberkante Dose)Typischer Einsatz
    Standard-Steckdose30 cm über FertigfußbodenAllgemeine Nutzung
    Arbeitsflächenhöhe Küche105–115 cmKüchengeräte über der Arbeitsplatte
    Schalterhöhe105 cmLichtschalter, Taster
    Schreibtischhöhe75–80 cmHomeoffice, Arbeitszimmer
    Medienwand / TV100–120 cm (hinter dem TV)Versenkte Dosen hinter der Halterung
    Boden-/Fußleistenhöhe15–20 cmSaugroboter-Ladestation, Bodenleuchten
    Deckennähe200–230 cmBeamer, Leinwand, Access Point

    Warum das früh festgelegt werden muss

    Die Installationshöhe beeinflusst Schlitzführung, Dosenposition und manchmal auch die Ästhetik der Schalterreihen. Wenn der Elektriker die Rohinstallation beginnt, müssen die Höhen klar sein. Nachträgliche Höhenänderungen bedeuten: Dose raus, neuen Schlitz, neu verputzen.

    Badezimmer: Schutzbereiche beachten

    Im Bad gelten besondere Regeln für Steckdosen. Die DIN VDE 0100-701 definiert Schutzbereiche rund um Badewanne und Dusche, in denen Steckdosen entweder verboten oder nur mit bestimmten Schutzarten (z. B. IP44 – spritzwassergeschützt) erlaubt sind.

    Die drei Schutzbereiche im Überblick

    BereichUmfangSteckdosen erlaubt?
    Bereich 0In Wanne/DuscheNein
    Bereich 1Direkt über Wanne/Dusche, bis 2,25 m HöheNein (nur Festanschluss, z. B. Durchlauferhitzer)
    Bereich 260 cm um Wanne/Dusche, bis 2,25 m HöheNur mit FI-Schutzschalter und IP-Schutz
    AußerhalbAb 60 cm AbstandJa, mit FI-Schutzschalter

    Das muss der Elektriker im Detail planen – aber als Bauherr solltest du wissen, dass nicht jede gewünschte Steckdosen-Position im Bad zulässig ist. Wenn du eine Steckdose neben dem Spiegel willst, muss der Abstand zur Dusche stimmen.

    Außenbereich, Garage und Wallbox-Vorbereitung

    Außensteckdosen und Garagensteckdosen werden fast immer zu knapp geplant. Im Alltag braucht man dort mehr als gedacht:

    • Terrasse / Garten: Grill (Elektro oder Pellet), Gartenbeleuchtung, Heckenschere, Hochdruckreiniger, Weihnachtsbeleuchtung, Pool-/Teichpumpe
    • Garage / Carport: Werkzeug, Kompressor, E-Bike-Ladegerät, Beleuchtung, Gefrierschrank
    • Wallbox / E-Auto: Eigener Stromkreis mit ausreichend Absicherung (typisch 11 kW = 16A dreiphasig). Auch wenn die Wallbox erst in einigen Jahren kommt: Die Zuleitung im Rohbau vorzubereiten kostet ca. 200–500 €. Nachträglich das Kabel vom Verteiler zur Garage ziehen: schnell 1.000–3.000 €.

    Alle Außensteckdosen brauchen mindestens IP44-Schutz (spritzwassergeschützt) und einen eigenen FI-Schutzschalter. Das plant der Elektriker – aber die Positionen und die Anzahl musst du vorher festlegen.

    Der richtige Zeitpunkt für Zusatzwünsche

    Zusätzliche Steckdosen sollten spätestens dann besprochen sein, wenn die Elektroplanung für die Rohinstallation freigegeben wird. In dieser Phase lassen sich Dosen, Schalter, Leitungswege und Höhen noch vernünftig abstimmen. Sobald Wandschlitze erstellt, Dosen gesetzt und Flächen geschlossen sind, wird jede Änderung aufwendiger. Nach Putz, Fliese oder Küchenmontage steigen Kosten und Abstimmungsaufwand meist sprunghaft.

    Die sichere Faustregel lautet: Sobald Grundriss, Möblierung und Küchenplanung halbwegs stehen, muss die Steckdosenplanung auf den Tisch.

    Das gilt besonders für alles, was später an Decke, Fensterkopf oder Medienwand sitzt. Access Points, elektrische Leinwände, Beamer, smarte Gateways, Rollladensteuerung oder zusätzliche Beleuchtungspunkte wirken wie Spezialthemen, greifen aber direkt in Leitungswege, Dosenanzahl, Leerrohre und Netzwerkplanung ein.

    Was Bauherren selbst vorbereiten können und wo die Grenze liegt

    Viele Bauherren möchten bei der Elektroinstallation Eigenleistung einbringen. Das kann wirtschaftlich sinnvoll wirken, scheitert in der Praxis aber oft an der Verantwortungskette. Ein Elektriker wird fremd gesetzte Dosen, Vorarbeiten oder zusätzliche Leitungswege häufig weder anschließen noch im Rahmen seiner Prüfung und Abnahme mitverantworten wollen, wenn dieser Teil nicht zu seinem beauftragten Leistungsumfang gehört. Wer hier sparen will, muss deshalb zuerst die Bereitschaft des Elektrikers klären und nicht erst auf der Baustelle um Nachsicht bitten.

    Wichtig ist deshalb nicht, was irgendwo im Internet schon einmal jemand selbst gemacht hat, sondern was dein Elektriker für dein Projekt ausdrücklich akzeptiert. Wenn Eigenleistung überhaupt möglich ist, dann in einem eng definierten Zeitfenster nach seiner Rohinstallation und vor Putz oder Estrich. Den finalen Anschluss von Steckdosen, die Prüfungen, Messungen, Inbetriebnahme und dokumentierte Abnahme solltest du nicht selbst übernehmen.

    Wenn Eigenleistung abgestimmt ist: nur nach klarer Vorgabe

    • Verwende nur das Dosen- und Materialsystem, das der Elektriker freigibt.
    • Nimm für Zusatzdosen dieselben Unterputzdosen wie im restlichen Projekt, damit Maße, Tiefe und Verarbeitung zusammenpassen.
    • Verbindungsmaterial gehört nicht in die Bauchentscheidung. Wenn der Elektriker bestimmte Klemmen akzeptiert, sind das oft zum Beispiel WAGO-Klemmen, aber eben nur nach seiner Vorgabe.
    • Wenn später Unterputz-Aktoren für Smart Home eingeplant sind, müssen tiefe Dosen (68 mm Einbautiefe statt Standard 47 mm) vorher mit dem Elektriker abgestimmt werden.
    • Markiere jede zusätzliche Dose auf Wand und Plan eindeutig, zum Beispiel mit Farbcode oder Kürzeln, damit später klar ist, was von wem kommt.
    • Leitungswege dürfen nie improvisiert werden. Maßgeblich sind die Installationszonen nach DIN 18015-3 (horizontale und vertikale Bereiche in der Wand, in denen Leitungen verlegt werden dürfen), nicht der spontan kürzeste Weg.
    • Keine Dosen oder Schlitze in tragenden Bauteilen, Stützen oder statisch sensiblen Wandvorsprüngen ohne ausdrückliche Freigabe.
    • Jede offene Wand vor Putz oder Beplankung fotografieren und die Lage nachvollziehbar dokumentieren.

    So arbeitest du sauber mit dem Elektriker zusammen

    Gute Zusammenarbeit beginnt mit Vorbereitung. Gib dem Elektriker keinen bloßen Wunschzettel, sondern einen durchdachten Plan.

    • Arbeite mit Grundriss und Möblierung.
    • Lege Raum für Raum fest, wofür jede Dose gedacht ist.
    • Kläre Höhen, Installationszonen, Dosentiefe und Sonderwünsche vor Beginn.
    • Frage früh, welche Eigenleistungen akzeptiert werden und welche nicht.
    • Kläre ausdrücklich, ob der Elektriker nur seine eigenen Dosen anschließt und abnimmt.
    • Stimme Material, Klemmen, Markierung und Zeitfenster vor Putz oder Estrich verbindlich ab.
    • Halte Änderungen nicht mündlich, sondern nachvollziehbar fest.
    • Fotografiere offene Wände vor Putz oder Beplankung.

    Wenn du so vorgehst, sinkt nicht nur das Fehlerrisiko. Der Elektriker kann auch besser abschätzen, welche Stromkreise, Reserven und Verteilerplätze sinnvoll sind.

    WLAN, Smart Home und Medien gleich mitdenken

    Viele Bauherren planen Steckdosen, Netzwerk und Smart Home noch als getrennte Themen. In der Praxis hängt das eng zusammen. Ein Decken-Access-Point braucht entweder ein Netzwerkkabel mit PoE oder eine sauber geplante Stromversorgung. Ein Smart-Home-Gateway braucht einen festen Platz mit Strom, Netzwerk und oft stabilem WLAN. Ein fest montierter Beamer oder eine motorisierte Leinwand brauchen eine klare Position, bevor Putz und Decke geschlossen werden.

    Wenn Rollläden elektrisch betrieben werden, lohnt sich zusätzlich die Frage, ob in Fensternähe oder im Sturzbereich später weitere Nutzung denkbar ist, etwa LED-Beleuchtung oder ein Smart-Home-Sensor. Dann kann eine zusätzliche Dose oder zumindest Leerrohrreserve sinnvoll sein.

    Was kostet eine Steckdose – und was kostet sie später?

    ZeitpunktKosten pro Steckdose (Größenordnung)Warum
    Rohbauphase (offene Wand)15–30 €Dose setzen, Leitung anschließen, in bestehenden Stromkreis integrieren
    Nach Verputzen80–150 €Wand öffnen, Dose setzen, verputzen, streichen
    Nach Fliesen / Küchenmontage150–300 €Fliesen aufschneiden oder Küche teilweise demontieren
    Sichtbare Aufputz-Nachrüstung30–60 € + KabelkanalFunktional, aber optisch ein Kompromiss

    Zehn zusätzliche Steckdosen im Rohbau: ca. 150–300 €. Dieselben zehn Steckdosen nach dem Einzug: schnell 1.000–2.000 €. Dieses Verhältnis ist das stärkste Argument für eine großzügige Planung.

    Was in der Praxis oft schiefläuft

    Viele Bauherren glauben, zusätzliche Steckdosen ließen sich jederzeit noch schnell einschieben. Genau das stimmt meist nicht. Solange Wände offen sind, wirkt alles einfach. Sobald Putz, Estrich, Fliesen, Küche oder Einbaumöbel dazukommen, wird aus einer kleinen Ergänzung schnell eine teure Sonderlösung. Noch kritischer wird es, wenn Eigenleistung stillschweigend vorausgesetzt wird und der Elektriker am Ende klarstellt, dass er fremde Vorarbeiten nicht mitverantwortet.

    Woran du den richtigen Zeitpunkt erkennst

    Der richtige Zeitpunkt ist nicht kurz vor dem Einzug, sondern dann, wenn Grundriss, Möblierung und Küchenplanung weit genug sind, dass jede Steckdose einen klaren Zweck bekommt. Spätestens wenn der Elektriker seine Rohinstallation vorbereitet oder schon Dosen setzt, müssen Zusatzwünsche auf dem Tisch liegen. Alles, was erst kurz vor Putz oder danach auffällt, kostet fast immer unverhältnismäßig viel Nerven und Geld.

    Praktische Tipps

    • Nutze den Raumplaner von ELEKTRO+ als kostenlosen Startpunkt für die Mindestausstattung.
    • Geh mit dem Möblierungsplan Raum für Raum durch und zähle die Geräte, die an jeder Stelle Strom brauchen.
    • Plane an jeder Bettseite mindestens 2 Steckdosen (Lampe + Ladegerät), besser 3 (+ Reserve).
    • Hinter dem TV-Standort: mindestens 4 Steckdosen + 1 LAN-Dose, besser in einer versenkten Mediendose.
    • Küche: Arbeitsflächensteckdosen lieber 2 mehr als 2 zu wenig.
    • Denk an den Saugroboter: Er braucht eine Bodensteckdose an seiner Ladestation – die Position ist oft Flur oder HWR.
    • Wallbox-Vorbereitung nicht vergessen: Selbst wenn das E-Auto erst in 5 Jahren kommt, ist die Zuleitung im Rohbau billig.

    Einkaufsliste für die Steckdosenplanung (Stand 16.04.2026)

    Die Liste ist absichtlich nicht markenfixiert, sondern an Mindest-Spezifikationen orientiert.

    BauteilMindest-SpezifikationTypische Menge im EFHBeispiel-Link
    Unterputzdosen Standard68 mm, Systemkompatibilität zum Schalterprogrammje nach RaumplanUnterputzdosen (Suche)
    Unterputzdosen tief68 mm Einbautiefe, für Smart-Home-Aktorenpunktuell an Smart-Home-PunktenUnterputzdosen tief (Suche)
    Steckdosenprogrammeinheitliches System für Einsätze, Rahmen, Abdeckungenraumübergreifend ein SystementscheidSchalterprogramme (Übersicht)
    Leerrohr-ReserveM25, für Medien/WLAN/Smart-Home-Nachrüstungje Trasse unterschiedlichLeerrohr M25 (Preisvergleich)
    KabeleinziehhilfeZugdraht/Einziehspirale1–2 SetsEinziehspiralen & Kabeleinziehhilfen
    Netzwerk-VerlegekabelCat 6a/Cat 7, wenn APs und Medienpunkte mitgeplantsternförmig nach NetzwerkplanCat 7 Verlegekabel (Suche)

    Wichtig: Anschlussarbeiten, Prüfung, Messung, Inbetriebnahme und Abnahme gehören immer in die Verantwortung der Elektrofachkraft.

    Für Bauherren, die es genauer wissen wollen

    Stromkreise und Verteiler

    Bei der Steckdosenplanung geht es nicht nur um die sichtbaren Dosen. Im Hintergrund stehen:

    • Getrennte Stromkreise für große Verbraucher (Herd, Geschirrspüler, Waschmaschine, Wallbox). Jeder bekommt eine eigene Absicherung im Verteiler.
    • Ausreichend Platz im Verteiler für Sicherungsautomaten, FI-Schutzschalter und spätere Erweiterungen. Im Neubau lieber einen Verteiler mit Reserve-Reihen wählen.
    • FI-Schutzschalter (RCD) sind heute in Neubauten für alle Stromkreise Pflicht. Bei selektiver Planung löst ein Fehler in der Küche nicht gleichzeitig das Bad und den Flur aus.

    Installationszonen

    Leitungen dürfen in der Wand nicht beliebig verlaufen. Die DIN 18015-3 definiert horizontale und vertikale Installationszonen – festgelegte Bereiche, in denen Kabel geführt werden dürfen. Außerhalb dieser Zonen darf nicht gebohrt werden (Stichwort: Bilderaufhängung nach Einzug). Wer weiß, wo diese Zonen liegen, bohrt später sicherer.

    Sonderfälle

    • Fußbodenheizung und Bodensteckdosen: Bodensteckdosen (z. B. für Kücheninseln) brauchen spezielle Gehäuse und müssen vor dem Estrich geplant werden.
    • Dachschrägen: Dosen in Kniestockwänden oder Schrägen sind möglich, brauchen aber angepasste Höhenplanung.
    • Außenwände mit Dämmung: Die Dämmstärke beeinflusst die Dosenposition – der Elektriker stimmt das mit dem Rohbauer ab.

    Häufige Fehler

    • Steckdosen nach Bauchgefühl statt nach Nutzung und Richtwerten planen.
    • Küchensteckdosen ohne fertigen Küchenplan festlegen.
    • Änderungen erst nach dem Verputzen ansprechen.
    • Eigenleistung beginnen, bevor der Elektriker sie freigegeben hat.
    • Material und Dosentiefe nicht mit dem Elektriker abstimmen.
    • Keine Fotos der offenen Wände vor dem Verputzen machen.
    • Wallbox-Vorbereitung vergessen, obwohl die Garage gebaut wird.
    • WLAN, Smart Home und Medienplanung getrennt von der Steckdosenplanung behandeln.

    Fazit

    Steckdosen sind in der Planung billig und in der Nachrüstung teuer. Wer früh mit Nutzung, Möblierung und einem sauberen Gespräch mit dem Elektriker arbeitet, verhindert viele Alltagsärgernisse für Jahre. Die konkreteste Empfehlung: Geh mit dem Möblierungsplan Raum für Raum durch, zähle die Geräte, und plane pro Position lieber eine Dose mehr als eine zu wenig.

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